“Always tell the truth. Then you don't have to remember anything.”
by Mark Twain Roughin' it

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Juli 19, 2010

Die Oper im heutigen Sinn entstand Ende des 16. Jahrhunderts in Florenz. Die Florentiner Camerata, in der die Oper entstand, war ein akademischer Gesprächskreis, in dem sich Dichter (z. B. Ottavio Rinuccini), Musiker, Philosophen, Adelige und ein Kunstmäzen– zunächst übernahm Graf Bardi diese Rolle, später Graf Corsi – zusammenfanden. Diese Humanisten versuchten, das antike Drama wiederzubeleben, in dem Gesangssolisten, Chor und Orchester beteiligt waren. Nach den Pastoraldramen des 16. Jahrhunderts wurde das Libretto gestaltet und mit den musikalischen Mitteln der Zeit in Musik gesetzt. Vincenzo Galilei gehörte ebenfalls dieser Gruppe an. Er entdeckte Hymnen des Mesomedes, die heute verloren sind, und schrieb ein Traktat gegen die niederländische Polyphonie – einer der deutlichsten Beweise für den gewünschten musikalischen Stil.

Das verständliche Wort war für die Florentiner Camerata in der Vokalmusik das wichtigste. Eine klare, einfache Gesangslinie wurde zum Ideal erklärt, der sich die sparsame Generalbass-Begleitung mit wenigen und leisen Instrumenten – Laute, Cembalo – unterzuordnen hatte. Großartig ausformulierte melodische Ideen waren allerdings ebenso unerwünscht, um den Inhalt des Wortes nicht mit zu viel Gesang zu verschleiern. Man sprach sogar von einer „nobile sprezzatura del canto“, einer sogenannten „noblen Verachtung des Gesangs“. Diese Art des Singens nannte man recitar cantando, rezitierenden Gesang. Die außerordentliche Schlichtheit und Beschränkung des recitar cantando ist somit als ein Gegensatz zur vorherrschenden Polyphonie zu sehen, die mit ihren komplexen Ton- und Textschichtungen den Inhalt der Werke vollends verschleiern konnte. Mit der Monodie sollte das Wort wieder zu seinem vollen Recht kommen. Neu an dieser Art zu singen war, dass durch die Worte direkte subjektive Gefühle, sog. Affekte, transportiert werden konnten. Zur Monodie der einzelnen Stimme wurden Chöre in Madrigalform oder als Motette gesellt. Das Orchester spielte kleine Ritornelle und Tänze.

Als erstes Werk der Gattung Oper gilt „La Dafne“ von Jacopo Peri (1597) auf einen Text von Rinuccini, von dem bis auf ein paar Fragmente kein Notentext erhalten geblieben ist. Weitere wichtige Werke aus der Anfangszeit der Oper sind „L’Euridice“ von Jacopo Peri (1600) als älteste erhaltene Oper sowie „Euridice“ (1602) und „Il Rapimento di Cefalo“ von Giulio Caccini. Stoffe der frühen Opern entnahm man den Pastoralen (Schäferspielen) und vor allem der griechischen Mythologie. Wunder, Zauber und Überraschungen wurden zu beliebten Bestandteilen einer Oper.
Claudio Monteverdi

Besondere Bedeutung hat Claudio Monteverdis erste Oper „L’Orfeo“ (1607). Sie wurde anlässlich des Geburtstages von Francesco IV. Gonzaga am 24. Februar 1607 in Mantua uraufgeführt und ist die früheste erhalten gebliebene Opernpartitur. Hier sind im Vergleich zu seinen Vorgängern erstmals eine reichere Instrumentation (wenngleich diese in der Partitur meist nur angedeutet ist), ausgebautere Harmonik, tonmalerisch-psychologische und bildhafte Ausdeutung von Wort und Figuren sowie eine personencharakterisierende Auswahl der Instrumente zu hören. Posaunen werden zum Beispiel für die Unterwelt und Todesszenen eingesetzt, Streicher bei Schlafszenen, für die Hauptfigur Orfeo kommt die Holzorgel zum Einsatz.

Monteverdi verbreitert die Einstimmigkeit des recitar cantando zu einem arienhafteren Stil. Auch die Chöre erhalten größeres Gewicht. Zwar nimmt seine persönliche Entwicklung im „Orfeo“ erst ihren Anfang, seine Spätwerke „Il ritorno d’Ulisse in patria“ (1640) und „L’incoronazione di Poppea“ (1643) stellen aber in Hinblick auf die Musikdramatik Höhepunkte der gesamten Opernentwicklung dar. In letzterer Oper findet man immer noch die Einleitung durch drei allegorische Figuren, in der Fortuna (Das Glück) Virtù (Die Tugend) verspottet, die restliche Handlung bleibt aber in der irdischen Welt um den Kaiser Nero, seine ungeliebte Gattin Ottavia und die Gattin des Prätors Ottone – Poppea, die zum Schluss der Oper Neros Gattin und Kaiserin wird.

Hier verwendet Monteverdi auch im Gesang stark charakterisierende, plakative Musik. Kaiser Nero, durch einen Kastraten dargestellt, wird mit virtuoser Musik und brutalem Charakter gezeichnet, Ottone weich, Neros Lehrer und Berater Seneca bekommt die würdige Bassstimme zugewiesen.

Die Trennung zwischen Adel und Volk vollzog sich auch in den musikalischen Formen der Oper: Belcanto-Gesang und Koloraturreichtum wurde für den Adel und Göttergestalten gebraucht, übrige Personen hatten sich mit schmuckloseren Ariosi und Liedern zu begnügen.

Quelle: Wikipedia

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